Landkreis investiert 135.000 Euro in Katastrophenschutz
Landkreis Gießen. Ein falscher Schritt im Dunkeln und es ist passiert: Der Sturz mehrere Meter tief endet abrupt in einer matschigen Baugrube – die Person ist zwar nur leicht verletzt, aber steckt in der engen Grube fest. Wenn die Feuerwehr an ihre Grenzen stößt, wird im Landkreis Gießen die Höhenrettung des Katastrophenschutzes alarmiert. Die Gruppe besteht aus 15 Frauen und Männern, die darauf spezialisiert sind, Menschen aus extremen Höhen und Tiefen oder aus engen Räumen sicher zu retten. Um diesen ehrenamtlichen Einsatz zu unterstützen, hat der Landkreis Gießen 135.000 Euro in ein neues Höhenrettungs-Fahrzeug investiert.
„Die Höhnrettung gibt es unter wechselnder Verantwortung bereits seit 25 Jahren im Landkreis Gießen“, sagte Landrätin Anita Schneider während der offiziellen Übergabe. „Die Kameradinnen und Kameraden der Spezialeinheit müssen 80 Stunden im Jahr trainieren, um für den Notfall vorbereitet zu sein. Dieses ehrenamtliche Engagement ist beeindruckend und verdient unseren höchsten Respekt. Mit dem neuen Höhenrettungs-Fahrzeug möchten wir Sie logistisch bei Ihrer Arbeit unterstützen.“
Sichere Rettung vom Säugling bis zum schweren Erwachsenen
Der Gerätewagen Höhenrettung ermöglicht es, nicht nur die in der Regel benötigte Truppenstärke von einem Fahrzeugführer und vier Höhenrettern zu befördern, sondern transportiert auch die gesamte Spezialausrüstung, die für anspruchsvolle Einsätze in Höhe und Tiefe gebraucht wird. Die Ausstattung ist so vorgesehen, dass jede Person – vom Säugling bis zum schweren Erwachsenen, ob verletzt oder verängstigt – in Begleitung eines Höhenretters sicher befreit werden kann. Zum Equipment gehören unter anderem: Spezialseile, Abseilgeräte und Karabiner, verschiedene Tragen für den vertikalen und horizontalen Transport sowie kompakte Atemschutzgeräte für enge Räume.
Die enge Rettung sei übrigens das Spezialgebiet der Höhenrettung im Landkreis Gießen, denn in Hessen habe jede Einheit mit der Zeit einen anderen Schwerpunkt entwickelt, sodass man sich gegenseitig aushelfen könne, erklärte Kreisbrandmeister Martin Lutz. Kreisbrandinspektor Mario Binsch ergänzte: „Wir legen großen Wert auf den Austausch mit allen zehn hessischen Höhenrettungs-Einheiten und sind stolz darauf, dass die dienstältesten Höhenretter Hessens mit 25 Jahren aus unseren eigenen Reihen kommen.“
Rund 15 Einsätze im Jahr erfordern die Expertise der Höhenrettung
Im Jahr absolviert die Höhenrettungsgruppe des Landkreises Gießen circa 15 Einsätze im Kreisgebiet. Die Szenarien reichen von der Rettung einer hilflosen Person auf einem Sendemast, über das Hinabsteigen in eine Baugrube bis hin zu dem Einsatz in unwegsamem Gelände, dem schonenden Transport von adipösen Patienten und der Absicherung anderer Einsatzkräfte bei Absturzgefahr. Wer die Höhenretter einmal live erleben möchte, kann am 17. Dezember ab 17 Uhr zur Kinderklinik in Gießen kommen: Als Weihnachtsmänner verkleidet seilt sich die Gruppe mit vielen Geschenken für die kleinen Patienten vom Dach des Krankenhauses ab – eine inzwischen überregional verbreitete Aktion, die vor zehn Jahren von der Höhenrettungsgruppe des Landkreises Gießen ins Leben gerufen wurde.
Bildunterschrift 1: Landrätin Anita Schneider (l.) hat das neue Höhenrettungs-Fahrzeug in Augenschein genommen und sich bei der Gruppe für ihr ehrenamtliches Engagement bedankt – empfangen wurde sie dabei von Kreisbrandinspektor Mario Binsch (2. v. r.), Kreisbrandmeister Martin Lutz (r.), Einsatzleiter Jan Guckes (2. v. l.) und seinem Stellvertreter Timo Schumacher (3. v. l.). (Foto: Landkreis Gießen)
Bildunterschrift 2: Einsatzleiter Jan Guckes von der Höhenrettung des Landkreises Gießen zeigt Landrätin Anita Schneider die Ausstattung des neuen Gerätewagens. (Foto: Landkreis Gießen)
Bildunterschrift 3: Auf dem Gelände des Gefahrenabwehrzentrums in Gießen seilen sich die Mitglieder der Höhenrettungsgruppe nach der Fahrzeug-Übergabe von ihrem Übungsturm ab. (Foto: Landkreis Gießen)
